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SportsTracker: Android-Pete testet die (fast) perfekte Lauf-App


01.06.2012, 20:26 Uhr

sportstracker-android

Es ist mal wieder an der Zeit, eine Fitness-App zu testen. Und wer wäre dafür besser geeignet als unser Freund und Marathon-Spezi Android-Pete. Heute nimmt Pete die App SportsTracker unter die Lupe den Laufschuh.

Sucht man bei Google Play nach SportsTracker, ist das Ergebnis zunächst verwirrend. Zum einen, weil mehrere Laufapps – beispielsweise Endomondo – den Zusatz „Sports Tracker“ im Namen haben. Zum anderen, weil es (mindestens) drei Apps gibt, die sich direkt Sports Tracker nennen. Den hier vorgestellten SportsTracker von SportsTrackLive findet man erst am unteren Ende der Liste. Dabei hätte die App eine Top-Platzierung allemal verdient, denn sowohl Oberfläche als auch Funktionalität konnten ebenso überzeugen wie das Online-Portal und die Auswertungsmöglichkeiten. Aber der Reihe nach:

Erscheinungsbild

Die Oberfläche von SportsTracker wirkt insgesamt minimalistisch, dennoch aber durchdacht.
Unterstützt werden zahlreiche Sprachen, darunter auch Deutsch. Nach dem Ausführen der App kann man am Startbildschirm zwischen normalem Tracking, alleiniger Herzfrequenzmessung oder vorher definiertem Trainingplan wählen. Vorher aufgenommene Trainingseinheiten erreicht man über den Punkt „Strecke“. Das Live-Tracking mit Auto-Upload sowie Facebook- und Twitter-Posting funktioniert nur in der Pro-Version, dazu später mehr.

SportsTracker

Vor dem ersten Trainingseinsatz empfiehlt es sich zunächst, einige persönlichen Einstellungen in der App vorzunehmen. Neben Gewicht und Alter kann auch festgelegt werden, welche Daten während des Workouts auf der Anzeige dargestellt werden sollen. Wer einen Bluetooth-Herzfrequenzmesser benutzt und seinen Maximal- sowie Ruhepuls kennt, kann diese Daten ebenfalls unter „Erweitert” eintragen. Sinnvoll sind die verfügbaren Optionen zur GPS-Signalauswertung. Neben der Mindestsignalstärke, ab der erst aufgezeichnet werden soll, kann hier auch die Reaktionsfähigkeit bzw. Glättung der Daten festgelegt werden. Überlässt man diese Einstellung der App, wird die Glättung je nach gewählter Sportart automatisch festgelegt. Wer die App ausschließlich zum Laufen benutzt, sollte hier möglichst eine große Glättung wählen – der Vorteil: Peaks im Geschwindigkeitsverlauf werden so ausgefiltert. Da man im Allgemeinen ja eher gleichmäßig läuft, sind plötzliche, große Geschwindigkeitsänderungen für wenige Sekunden eher unwahrscheinlich. Kurze Sprints wurden bei mir im übrigen dennoch korrekt aufgezeichnet.

Ebenfalls äußerst praktisch finde ich die Option „Mindest-Bewegungsgeschwindigkeit”. Legt man diese beispielsweise mit 3 km/h fest, tauchen kurze Ampelstopps oder Trinkpausen nicht in der Statistik auf.

Los geht’s mit dem Training über den „Starten”-Button. Die Aufzeichnung beginnt allerdings erst, sobald ein ausreichendes GPS-Signal zur Verfügung steht. Dank Autostart-Option kann man das Telefon trotzdem schon verstauen, die Aufnahme beginnt automatisch.

Die Darstellung der aufgenommenen Werte ist übersichtlich, beim oberen Wert mit Skalendarstellung kann zwischen Geschwindigkeit, Schritttempo und Herzfrequenz gewählt werden. Etwas eigenartig sind die teilweise vorhandenen Übersetzungsfehler. So wird Geschwindigkeit zu „Verschieben” und Entfernung zu „Abstand”. Fehler, über die man aber hinwegsehen kann. Stellt man die Anzeige auf große Darstellung um, werden nur noch zwei Werte angezeigt – die aber in einer Größe, die auch ein Ablesen in der Oberarmtasche zum Beispiel problemlos ermöglicht. Hatte ich bei runtastic das Fehlen dieser Darstellung noch bemängelt, macht SportsTracker hier alles richtig. Auch bei Drehung des Bildschirms verändert sich die Anzeige entsprechend mit – was ebenfalls nicht bei allen Sport-Apps üblich ist.

In den weiteren Ansichten werden die Karte (Google Maps) sowie die Diagramme mit den Messwertverläufen angezeigt. In der Diagramm-Ansicht kann bei Bedarf ein Diagramm ausgewählt und auf den ganzen Bildschirm vergrößert dargestellt werden. Das macht allerdings eher für die spätere Auswertung Sinn.

Usability: SportsTracker im Lauftest

Im Einsatz beim Laufen macht SportsTracker einen sehr guten Eindruck. Wie oben bereits angesprochen, überzeugt die Darstellung der Werte beim Laufen. Diese sind problemlos ablesbar und in können in verschiedenen Ansichten wiedergegeben werden. Leider fehlt die App-eigene Tastensperre, die ein Verstellen der Anzeige verhindert, dennoch aber den Bildschirm anlässt. So muss man also aufpassen, das die aktuelle Ansicht nicht versehentlich verändert wird. Den Bildschirm dauerhaft anlassen kann man indes per Einstellung im Menü. Leider hat hier mein Telefon trotzdem zweimal das Display dekativiert. Ein Pausieren der App ist entweder automatisch bei Unterschreitung einer bestimmten Geschwindigkeit oder durch Betätigen des „Pausieren”-Buttons möglich. Dieser ist, genau wie der „Beenden”-Button, erst durch Scrollen in der Hauptansicht erreichbar. Hier hätte es bestimmt eine elegantere Lösung gegeben. Beim Pausieren sollte man allerdings eines beachten: Ab einer Bewegung von 2 km/h während der Pause wird die Strecke und Geschwindigkeit weiter gezählt. Lediglich die Trackpoints werden nicht aufgezeichnet!

Etwas nervig ist in der Kartenansicht die automatische Zentrierung der Karte auf den eigenen Standort. Möchte man zum Überblick des weiteren Streckenverlauf die Karte etwas verschieben, landet man sofort wieder beim Kartenausschnitt um den aktuellen Standort herum. Einer der wenigen Minuspunkte.

Noch ein allgemeiner Hinweis zur Akkulaufzeit: Plant man ein längeres Training, sollte man eventuell in den Systemeinstellungen von Android auf Nur-2G-Konnektivität umschalten. Der Akku wird es danken!

SportsTracker

Sprachausgabe und Herzfrequenz

Die Sprachausgabe erfolgt über die Text to Speech-Funktion von Android. Je nachdem, welche Engine auf der Gerät installiert ist, klingt die Stimme eben gut oder blechern. Welche Werte angesagt werden sollen und in welchem Intervall diese ertönen, lässt sich in den Optionen einstellen. In Verbindung mit einen Bluetooth-Herzfrequenzmesser werden auch Herzfrequenz und die entsprechende Zone angesagt. Generell vermisse ich aber die Darstellung des Pulses in %HFmax. So bleibt einem nur die Ansage der Zonen (ruhig, leicht, Fettverbrennung, aerob, anaerob und roter Bereich) sowie die farbige Skalendarstellung als Orientierung.

Trainingsplan und Intervalltraining

Im Startmenü kann unter Training ein eigener Trainingsplan erstellt werden. Hier lässt sich zwischen verschiedenen Plantypen „Geschwindigkeit”, „Schritttempo” (Pace) und „Herzfrequenz” wählen. Der Clou dabei ist die Möglichkeit zur Erstellung eines Intervalltrainings mit Zeit- oder Entfernungsintervallen. Möchte man beispielsweise drei Kilometer mit 10-12 km/h und drei mit 13-15 km/h Rennen, erstellt man einfach die Intervalle, speichert den Plan und ruft diesen dann nach dem Start des Trainings über das Symbol rechts unter der GPS-Signalstärkeskala auf. Der grüne Bereich signalisiert, ob man sich aktuell innerhalb des vorgegebenen Bereichs befindet oder nicht. Alternativ sagt einem die Sprachausgabe „Geh langsamer” oder „Geh schneller”, sowie Ist- und Sollwert der Geschwindigkeit. Analog funktioniert dies natürlich auch für die Herzfrequenz. Insgesamt hat das Intervall-Training super geklappt. Leider lassen sich die Intervalle nicht beliebig variieren. Wählt man also für das erste Intervall eine Länge von 2 km, dann sind alle weiteren Intervalle auch 2 km lang.

Auswertung, Online-Portal und Pro-Version

die Nutzung des Online-Portals von SportsTracker macht nur für Nutzer der Pro-Version Sinn, da Live-Tracking und Streckenupload nur in der bezahlten Version funktionieren. Allerdings kostet diese Version vertretbare 3,49 Euro und kann auch auf der SportsTracker-Webseite via PayPal erworben werden. Abogebühren oder ähnliches werden nicht fällig. Entgegen der deutschen Übersetzung der App ist die Webseite komplett auf englisch. Das ist in Anbetracht des wenigen Textes allerdings auch für weniger sprachgewandte User kaum ein Problem.

Die Webseite ist ähnlich wie die App in einem klaren, minimalistischen Stil gehalten, was mich persönlich sehr anspricht. Alle Trainingseinheiten inklusive Kartenansicht und gespeicherten Werten können hier aufgerufen werden. Via Play-Funktion lässt sich die Strecke in Google Maps noch einmal abfahren.

Besonderen Wert legen die Entwickler von SportsTracker offensichtlich auf persönliche Bestleistung, die einem in allen möglichen Intervallen angezeigt werden – zum Beispiel höchste Durchschnittsgeschwindigkeit auf 500 Meter. Wer mag, kann sich auch gleich den zugehörigen Streckenabschnitt anzeigen lassen, an dem die Bestzeit aufgestellt wurde. Die Höhenmeter-Angaben sind leider ziemlich utopisch. In Berlin in einer Stunde Laufzeit 1.500 Höhenmeter zurückzulegen ist ungefähr so realistisch, wie das Durchbrechen der Schallmauer zu Fuß. Der Fehler liegt aber vermutlich nicht bei SportsTracker sondern am GPS-Empfänger.

Ein nettes Gimmick ist die Möglichkeit, Karte und Daten einzelner Workouts als Widget auf der eigenen Webseite einzubinden. Den dazu notwendigen Code kann man sich auf der SportsTracker-Homepage ausgeben lassen. Außerdem werden die Wetterdaten zum Trainingszeitpunkt anhand der GPS-Position bestimmt und gespeichert.

SportsTracker

Ein Hinweis noch zum Thema Datenschutz. Unter „Privacy“ kann auf der Webseite eingestellt werden, wer alles Zugriff auf die eigenen Strecken hat. Standardmäßig sind die Einstellungen sehr locker, so dass jeder Zugriff auf absolvierte Workouts hat.

Die Facebook-Integration setzt eine Nutzung der SportsTracker-App in Facebook voraus. Als User kann man festlegen, ob beim Start und/oder beim Ende eines Trainings ein Posting erfolgen soll. Wer sich live tracken lassen möchte, nimmt also auf jeden Fall die erste Option. Wer lediglich die zurückgelegten Werte an seine Pinnwand posten möchte, wählt Letztere. Im Vergleich zu runtastic kann also hier direkt das Ergebnis des Laufes gepostet werden.

In Sachen Social Networking bietet SportsTracker die Möglichkeit, Freunde hinzuzufügen sowie Gruppen zu gründen – zum Beispiel für Lauftreffs. Vermisst habe ich den Streckenpool, in dem User ihre Strecken zur Verfügung stellen oder gespeicherte Strecken anschauen und nachlaufen können. Dafür funktioniert aber der Upload von Strecken in verschiedensten Formaten sowie der Download als .gpx- oder .kmz-Datei.

Ein besonderes Lob verdient die Online-Hilfe von SportsTracker. Das FAQ beantworten alle Fragen kurz und präzise – leider allerdings nur auf Englisch.

Fazit

SportsTracker war mir bis zum App-Test unbekannt, hat es aber problemlos geschafft, sich in meiner Gunst an runtastic oder Endomondo vorbeizuschieben. Sieht man von einigen Minuspunkten – beispielsweise der fehlenden Tastensperre oder der automatischen Kartenzentrierung – ab, kann ich SportsTracker eine sehr gute Note geben. Die puristische Gestaltung von Oberfläche und Online-Portal geben sofort Auskunft über alle wichtigen Daten, nichtsdestotrotz finden alle Funktionen Platz, die eine gute Sport-App braucht.

Pro

  • Überzeugende grafische Obverfläche, gut ablesbar beim Training
  • Intervall-Timer, Trainingsplan-Erstellung
  • Glättung des Geschwindigkeitsprofils möglich
  • Sehr übersichtliche Auswertung, alle Werte können auf der Karte angezeigt werden.
  • Navigation auf Online-Portal durchdacht
  • Wetterdaten automatisch
  • Import von Garmin, Locosys, Timex und Polar sowie GPX-Format (nur Pro)
  • Export KMZ, GPX, CSV (nur Pro)
  • Widget kann auf Webseite eingebaut werden!
  • App kann auch über PayPal gekauft und freigeschaltet werden statt über Market
  • Sehr gute Hilfe (englisch)
  • Excel-Export der Zahlenwerte

Kontra

  • Keine Anzeige der Herzfrequenz in Prozent der maximalen Herzfrequenz
  • Karte zentriert sich in Kartenansicht immer wieder am aktuellen Standort
  • Keine Tastensperre
  • Keine Strecken-Community, in der Strecken anderer Läufer abrufbar sind
  • Für Facebook Posting muss in Facebook die App von SportsTracker verwendet werden
  • Privatssphäre-Einstellungen bei Anmeldung auf Öffentlich gesetzt
  • Keine Strecken-Community

Unterschied Pro- / Free-Version

Download: SportsTracker (Kostenlos)
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Download: SportsTracker Pro (3,49€)
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  • Pipi Pipi

    Ihhhhh Pete macht Sport :(

  • HONOLULU

    Der G+ Link funzt nicht!

  • Klaus

    ich sag nur run.gps
    es gibt nix besseres zum Laufen

  • http://www.androidnext.de/apps/endomondo-sports-tracker/ Endomondo: Beliebte Sport-App im Android-Pete-Test

    [...] Messwerten dargestellt. Eine Diagramm-Ansicht der aufgenommenen Werte wie bei runtastic oder SportsTracker (STL) gibt es bei Endomondo auf dem Smartphone nicht. Generell sind die Möglichkeiten zur [...]

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