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Skifta: Musik und Videos streamen im lokalen Netzwerk per DLNA


05.03.2013, 14:53 Uhr

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DLNA wird auch im Android-Universum immer populärer. Mithilfe dieses Protokolls kann man Musik, Bilder und Filme im lokalen Netzwerk von einem Gerät zum anderen streamen, ähnlich wie man das von AirPlay auf Apple-Geräten kennt. Viele Android-Gadgets sind bereits DLNA-fähig, andere können kostenlos mit einer Android-App wie Skifta nachgerüstet werden. Wir stellen die Anwendung näher vor.

Streaming per DLNA – Die Grundidee

Die reibungslose und unkomplizierte Vernetzung von Geräten zum Streaming untereinander funktioniert bei Apple schon seit Jahren wunderbar, allerdings natürlich nur zwischen Geräten mit dem Apfel-Logo. Offener geben sich die vielen anderen namhaften Hersteller von Hardware und Unterhaltungselektronik, die sich in der Digital Living Network Alliance (DLNA) zusammengeschlossen haben. Dazu zählen durchaus auch Global Player wie Samsung, LG, Google und Intel. Das Ziel der Allianz ist, die unkomplizierte Wiedergabe von Medien über ein lokales Netzwerk (verdrahtet oder kabellos), hier allerdings – und genau das macht den Charme von DLNA aus – ausdrücklich herstellerübergreifend.

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DLNA: Schematische Darstellung. Quelle: Michael Pophal/Wikipedia

DLNA auf PC und Konsolen

PCs mit einem Betriebssystem ab Windows 7 sind immer DLNA-fähig, hier ist mit dem Windows Media Player auch schon ein DLNA-fähiger Mediaplayer vorhanden. Als schickere Alternative bietet sich das auch für den PC gratis erhältliche Xbox Media Center (XMBC) an. Apropos Xbox: Auch die verbreiteten Konsolen Xbox 360 und Sony PS3 können DLNA.

Skifta: Ein DLNA-Player für Android

Viele Android-Geräte haben mit der Hersteller-Firmware bereits einen DLNA-fähigen Player integriert, bei Samsung etwa AllShare. Wenn diese Möglichkeit nicht vorhanden ist, kann man sie aber kostenlos nachrüsten: Skifta ist ein recht einfach gehaltener, DLNA-zertifizierter Media Player für Android, der gratis aus dem Play Store bezogen werden kann. Mit Skifta kann man drahtlos Fotos, Filme/Videos und Musik zwischen Geräten streamen, die dafür ebenfalls DLNA-zertifiziert sein müssen bzw. auf denen eine DLNA-fähige Software läuft und die sich im selben Netzwerk befinden. Von den wenigen vergleichbaren Lösungen im Play Store hebt sich Skifta durch höhere Zuverlässigkeit und einfachere Bedienung ab, wie sich in unserem Test zeigte.

Bedienung und Wiedergabe

Beim Start von Skifta wird zunächst im Rahmen einer kurzen Gedankenpause der Startbildschirm angezeigt. Hier kann man auch sehen, in welches Netzwerk das Android-Gerät, auf dem die App läuft, gerade eingebucht ist. Danach erscheint ein Bildschirm mit drei untereinander angeordneten Punkten: 1. Medienquelle auswählen, 2. Player auswählen, 3. Durchsuchen und Medien wiedergeben. Wenn alles funktioniert, sollten unter den Punkten 1. und 2. alle DLNA-Geräte im Netzwerk bzw. alle Geräte angezeigt werden, auf denen gerade ein DLNA-Player läuft. Ein PC ist also nur zu sehen, wenn vorher der Windows Media Player oder XMBC gestartet wurde. Für über Netzwerk angebundene DLNA-Fernseher gilt das nicht, sie sollten sofort sichtbar sein.

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Hat man die gewünschte Auswahl getroffen, kommt man zu Punkt 3., hinter dem sich ein einfach gehaltener Player verbirgt, der anbietet, Musik, Videos oder Fotos von der gewählten Quelle auf dem gewählten Wiedergabegerät abzuspielen. Das Streaming funktioniert dabei in jede gewünschte Richtung. So lassen sich beispielsweise sowohl Medien, die sich auf einem PC, einem DLNA-fähigen NAS (Network Attached Storage) oder einer Konsole befinden, auf dem Smartphone oder Tablet wiedergeben als auch umgekehrt. Manche Router, etwa viele Fritz!Boxen von AVM, bieten auch an, Datenträger per USB anzuschließen, deren Daten dann per DLNA im ganzen (W)LAN gestreamt werden können.

… lassen einige wichtige Optionen vermissen

Während Musik zumindest noch nach Speicherort, Künstler und Genre filterbar ist, hat man bei Videos und Musik nur die Auswahl, sich entweder alles auf einmal anzeigen zu lassen oder durch die Ordnerstruktur der Quelle zu navigieren.

Hat man sich also etwa für einen Film entschieden, wird er nach einer kurzen Puffer-Pause auf dem unter Punkt 2. ausgesuchten Gerät ausgegeben. Die Wiedergabe kann über Skifta leider nur rudimentär gesteuert werden; mehr als Play, Pause, Skip und in Ihrer Länge nicht kontrollierbare Sprüngen vor und zurück im Medium ist nicht möglich. Vermisst wird von vielen Usern insbesondere die Möglichkeit, Playlists zu erstellen. Wenn man also gemischte Musik von verschiedenen Interpreten und Alben in Folge hören möchte, muss man jeden Titel nach Ablauf der vorherigen manuell auswählen – lästig.

Dekodierung im Abspielgerät

Eine weitere DLNA-typische Einschränkung ergibt sich daraus, dass über das Netzwerk keinesfalls etwa Bildinhalte mit On-the-Fly-Konvertierung gestreamt werden, wie es beim neuen Standard Miracast der Fall ist. Verteilt werden nur die eigentlichen Daten, Aufbereitung und Darstellung ist Sache des Wiedergabegerätes. Verträgt z.B. der Fernseher einen bestimmten, in der Datei verwendeten Codec nicht, ist keine Ausgabe möglich und es wird eine Fehlermeldung angezeigt. Wer verbreitete Formate wie MPEG 4-Video oder MP3-Audio verwendet, sollte aber keine Probleme haben.

Fazit

Skifta und DLNA sind praktisch und machen Spaß. Endlich ist Schluss mit dem lästigen Hin- und Herkopieren von Medien auf und von verschiedenen Wiedergabegeräten. Gibt man Gästen Zugang zu seinem Netzwerk, können sie mittels Skifta problemlos auf dem Smartphone mitgebrachte Musik über den vorhandenen PC oder die Spielkonsole abspielen sowie Filme und Fotos zeigen. Ganz so zuverlässig wie bei Apple funktioniert DLNA aber leider noch nicht. Hin und wieder kommt es zu merkwürdigem Verhalten der beteiligten Software, die Wiedergabe startet aus unerfindlichen Gründen nicht und es wird ein Neustart von Client und/oder Server erforderlich. Aber das muss nicht immer schlimm sein, denn mit etwas Glück tritt so ein Fall genau dann ein, wenn der Besuch erwartungsfroh mit dem Smartphone in der Hand auf dem Sofa sitzt und aktuelle Urlaubsfotos auf dem LED-TV präsentieren will. Gerade noch entkommen!

Skifta downloaden

Hier gibt’s Skifta in einer kostenlosen Beta zum Download. Diese läuft auf älteren und neueren Android-Geräten.

Download: Skifta (kostenlose Beta)
Skifta (kostenlose Beta) qr code

>> Mehr Infos hier: Skifta

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