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rdio: Beta-Version der Musikstreaming-App im Test


06.11.2012, 16:59 Uhr

rdio

Der Musikstreaming-Dienst rdio rüstet auf: In Kürze steht eine Erneuerung der Android-App an. Im öffentlichen Beta-Test kann man sich die App jetzt schon anschauen — was wir getan haben.

Was den Musikkonsum am Smartphone angeht, findet momentan ein Paradigmenwechsel statt: Während Musik ehedem physisch stets auf dem Gerät gespeichert wurde, geht der Trend eindeutig zu Streaming-Services. Neben Hybriddiensten wie Google Play Music, also Clouddienste, in die man seine eigenen Songs hochladen kann, sind komplette Streaming-Archive wie Spotify, Simfy und rdio auf dem Vormasch. Ihr Vorteil: Statt nur eigene vorhandene Tracks hören zu können, kann man auf Millionen von Songs „on Demand“ zugreifen.

Die Dienste sind recht ähnlich: Wer sie nur am PC nutzen will, kann sie, durch Werbung unterbrochen, kostenlos nutzen. Um den gleichen Service mobil verwenden zu können, wird meist ein monatlicher Obulus von rund 10 Euro fällig — immer noch kein schlechter Preis, wenn man betrachtet, dass man dafür auf den Kauf von MP3s und CDs verzichten kann. Die Problematik des hohen Datenverbrauchs unterwegs wird dadurch abgemildert, dass man sich die gewünschten Songs meist zum Offline-hören herunterladen kann. Nachteil: Anders als bei lokalen MP3s ist man bei der Nutzung von Spotify, rdio und Co. darauf beschränkt, die App des Anbieters statt eines beliebigen MP3-Players zu nutzen.

rdio-tablet-doors

Die Standards sind also definiert, nun zu rdio: Bislang war deren App eher als mittelmäßig zu beurteilen. Nutzbar, aber nicht so ganz zeitgemäß — entsprechend gibt es für die rdio-App im Play Store auch nur eine Durchschnittswertung der Nutzer. Allerdings arbeitet man bei rdio derzeit eifrig an einem Redesign. Den aktuellen Stand kann man sich in Form einer frei verfügbaren Beta-App anschauen — genau das haben wir gemacht.

rdio app

Sehr löblich ist, dass sich die rdio-App an die Holo UI-Designempfehlungen hält. Das bedeutet, dass die App regen Gebrauch von den Möglichkeiten macht, die Action Bar und Fragments liefern. Überdies ist in der App die dieser Tage omnipräsente Schiebe-Sidebar auf der linken Seite integriert, ähnlich wie etwa in den Apps zu Google+, Facebook, Evernote und so weiter. Über eine kurze Wischbewegung vom linken Rand des Bildschirmes nach rechts kann man beispielsweise schnell auf die eigene Abspiel-History, rdio-Charts oder Playlists zugreifen.

rdio sidebar

Im Alltagseinsatz funktioniert rdio vorbildlich: Playlists sind gut bedienbar, der Abspiel-Screen wartet mit hochauflösenden Coverbildern auf, die Steuerung per Widget, Lockscreen-Widget und (unter Jelly Bean erweiterbarer) Benachrichtigung wird unterstützt.

rdio beta android ui

Ein speziell auf Tablets optimiertes Layout ist allerdings (noch?) nicht vorhanden, die Smartphone-UI wird lediglich hochskaliert — sehr schade.

rdio beta tablet

Trotz dieses großen Kritikpunkts kann man festhalten: Grundsätzlich ist die rdio-App intuitiv zu bedienen, schnell erlernt und mächtig.

Neben Interpreten und Alben werden über die Suchfunktion auch öffentliche Playlists und rdio-Nutzer gefunden. Allerdings ist schade, dass das rdio-Team in der Suchbox noch nicht die Möglichkeit integriert hat, die Android-interne Sprachsuche zu verwenden. Außerdem ist die Suche nicht von jedem Bildschirm aus zu sehen und findet auch nicht immer alle Ergebnisse, die das System eigentlich bereitstellt. Hier herrscht noch Nachholbedarf bis zur Finalversion.

Das Musikangebot von rdio ist mit nach eigenen Angaben 18 Millionen Tracks ordentlich, wiewohl ein (sicherlich nicht repräsentativer) Test auch einige Alben hervorbrachte, die in Deutschland — offenbar aufgrund rechtlicher Probleme — nicht abgespielt werden können. Das betrifft zum Beispiel „Black Market Music“ von Placebo oder „Transatlanticism“ von Death Cab for Cutie.

Auch wenn es für manchen iPhone-Nutzer ein alter Hut ist: Die Option, rdio im Webbrowser über die App fernzusteuern, ist definitiv cool. Ohnehin gelingt die Integration von Webdienst und Android-App sehr gut — so kann man etwa auch aus dem Browser heraus Tracks für das Smartphone zur Offline-Synchronisierung markieren.

Mein Fazit: Klar, die App ist noch im Beta-Stadium und das merkt man ihr gelegentlich auch an. In Playlists wird beispielsweise manchmal eine falsche Anzahl an enthaltenen Songs angegeben, auch kann man den Namen einer Playlist noch nicht am Android-Gerät ändern. Dazu kommt, dass die App recht Performance-intensiv ist und noch nicht überall ganz „rund“ läuft. Das ändert aber nichts daran, dass rdio in der neuen Version viel Potenzial hat und die Benutzung jetzt schon Spaß macht.

Auch wenn sich die Musikstreamingdienste in ihrem Angebot derzeit nur minimal unterscheiden, werde ich erst einmal bei rdio bleiben und auf dem Smartphone parallel zu Google Music nutzen. Besonders gut gefällt mir das Zusammenspiel von rdio im Browser und der Android-App sowie das gute Design. Ich freue mich auf die kommenden Betas und natürlich auch die finale Version der App.

Download: rdio für Android (Beta-APK)
rdio für Android (Beta-APK) qr code

Wer sich nicht sicher ist, ob ihm die knapp 10 Euro im Monat die Benutzung von rdio wert sind, der kann sich das Angebot des Musikstreamers in Ruhe in einer kostenlosen Probewoche anschauen.

>> rdio.com

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