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Pocket im Test: Texte im Netz markieren und offline später lesen


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Früher hieß es „Read it Later“ und kostete Geld, mittlerweile ist alles anders: Mit der kostenlosen Android-App Pocket lassen sich Texte im Netz vormerken, später offline auf dem Smartphone oder Tablet lesen und verwalten. Das Konzept klingt schlüssig, aber wie sieht es in der Praxis aus? In unserem App-Test nehmen wir Pocket unter die Lupe.

Mit dem Lesen von Texten auf Smartphones ist es immer noch so eine Sache. Zwar sind mittlerweile Displays schärfer und heller, aber oft sind Webseiten suboptimal gestaltet, die Schriftgröße oder das Layout ist nicht an kleine mobile Bildschirme angepasst oder endlose Seitenumbrüche oder Werbeeinblendungen vermiesen den Lesefluss unterwegs. Pocket will genau diesen Missstand ausmerzen. Die Anwendung reduziert die publizierten Texte in Layout und Präsentation auf das Wesentliche und steigert so das mobile Lesevergnügen beträchtlich. Zudem ist Pocket eine praktikable Lösung für das alte Problem: Ich würde das hier gerne lesen, habe aber gerade keine Zeit.

Da es sich bei Pocket um einen Online-Dienst handelt, der geräteübergreifend funktioniert, braucht man zunächst einmal ein Nutzerkonto. Die Registrierung läuft mittels einer E-Mail-Adresse und einem Passwort und ist innerhalb einer halben Minute erledigt. Ist das getan, muss man sich nur über die App oder eine Browser-Erweiterung einloggen und hat so Zugriff auf sein Benutzerkonto und die dort gespeicherte Artikelliste. Pocket ist nicht nur als App, sondern auch als Browser-Addon für Firefox und Chrome verfügbar. Dort nistet sich dann das Pocket-Symbol neben der Adressleiste ein. Ein Klick darauf genügt, um einen Artikel auf dem Pocket-Konto zu speichern.

Beim mobilen Surfen oder der Nutzung anderer Apps auf dem Smartphone findet man die Möglichkeit zur Speicherung in der Senden/Sharing-Befehlleiste. Über diese integriert sich der Dienst in nahezu alle Anwendungen, die das Sharing von Webseiten zulassen. So kann man nicht nur aus dem Browser Texte exportieren, sondern beispielsweise auch aus der App von Spiegel Online.

Das Speichern des Textes ist dabei in der Regel in 1-2 Sekunden abgeschlossen, der Artikel wird dann in seiner „Reinform“ ohne Layoutelemente umgehend im Benutzerkonto gespeichert sowie auf das benutzte Gerät heruntergeladen. Per Einstellung lässt sich auch bestimmen, dass diese Downloads nur bei vorhandenem WLAN geschehen, das mobile Datenvolumen bleibt so unangetastet.

Hat man einen Artikel in sein Pocket-Konto geschoben, taucht er beim Start der Pocket-App (oder nach einer Aktualisierung, falls diese schon läuft) in chronologischer Reihenfolge von oben nach unten angeordnet auf. Pocket bietet zwei Ansichtsoptionen, einmal eine kachelartige Darstellung, einmal eine nüchterne Artikelliste – beides sehr übersichtlich und optisch ansprechend gestaltet:

Ein weiterer Klick genügt, um den Text aufzurufen, der dann in einem nüchternen, an das jeweilige Geräteformat angepasstem Layout angezeigt wird. Die Standardansicht ist schwarze Schrift auf weißem Grund, wer möchte kann es auch umgekehrt haben – auf Geräten mit AMOLED-basierten Displays kann das Strom sparen. Darstellungsoptionen wie Schriftgröße, Blocksatz oder Helligkeit können jederzeit individuell nachgebessert werden – wie man es eben am liebsten mag. Auch zur Webansicht kann man innerhalb von Pocket jederzeit zurückkehren, hierzu muss allerdings nochmal aus dem Internet nachgeladen werden. Hier ein Direktvergleich der Darstellung eines Artikels im Browser (Dolphin HD) und einmal die Pocket-Darstellung in weiß und schwarz:

Den Artikelimport erledigt Pocket, zumindest was Texte angeht, unheimlich flott und zuverlässig. Das Speichern von Bildern und Videos, was die Anwendung auch beherrschen will, verläuft zuweilen nicht ganz so reibungslos. Gerade bei Videos wurden im Test etliche Elemente nicht angezeigt und auch Bilder sind manchmal da und manchmal nicht – hier müsste noch nachgebessert werden. Für die Darstellung von Texten, und das betrachte ich als die Hauptaufgabe dieses Dienstes, verdient Pocket aber großes Lob. Gerade auf dem Tablet wird so das Lesevergnügen durch die klare, kontrastreiche Darstellung um ein Vielfaches erhöht.

Hat man einen Artikel gelesen, kann man diesen löschen, mit einem Haken markieren (dann wird der Text automatisch ins Archiv verschoben und erscheint nicht mehr in der Home-Liste) oder per Sternchen zu einem Favoriten erklären, wobei er noch einmal in einer Extrasektion gelagert wird. Artikel können auch mit frei wählbaren Tags versehen werden, was beim späteren Wiederfinden hilfreich ist.

Seit dem letzten Update, das erst vergangene Woche live ging, kann Pocket Texte sogar vorlesen. Das funktioniert über TTS in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch (UK&US), Französisch, Spanisch & Italienisch) und klingt zwar geisterhaft elektronisch, aber doch erstaunlich gut verständlich.

Fazit: Pocket ist in der Liste meiner persönlichen Lieblings-Apps ganz vorne mit dabei. Für mich ist der Service zur ersten Anlaufstelle geworden, um Texte aus dem Web abzulegen und später zu lesen. Die Synchronisierung funktioniert reibungslos über Desktop, Tablet und Smartphone – ideal für den mobilen Einsatz.

Oft nutze ich Pocket aber auch direkt, da das übersichtliche, schön designte Layout und die ultra-simple Bedienung für mich den Lesekomfort oft beträchtlich in die Höhe schrauben. Die Integration im Desktop-Browser funktioniert einwandfrei, ist eine Sache von einem Knopfdruck und die Darstellung auf dem mobilen Endgerät ist so, wie man es sich als Leser wünscht: Klar, gut erkennbar und schnörkellos, alles weitere lässt sich nach Geschmack einstellen. Auch auf Smartphones unter 5 Zoll ist alles noch gut lesbar, aber gerade auf Tablets gehört Pocket für alle, die ihr Gerät gerne und viel zum Lesen von Artikeln verwenden, zur Pflichtausstattung.

Die nicht einwandfrei funktionierende Integration von Videos und Bildern ist allerdings ein Manko, an dem künftige Updates aber gerne noch feilen dürfen. In erster Linie ist Pocket aber auch als Reader-Anwendung für zusammenhängende Online-Texte gedacht und als solche funktioniert sie nahezu einwandfrei. Kostenlos ist der Spaß auch noch. Zugreifen!

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