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HearSay: Vorwärts rückwärts sprechen per Android-App


21.11.2012, 17:26 Uhr

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Verrückter Titel, verrückte App, verrückte Präsentation. HearSay lässt den Nutzer einen Text zunächst aufnehmen, um ihn rückwärts ausgesprochen erneut aufzunehmen – und wieder umzudrehen. Wer seine Freunde mit surreal-unheimlichen Sätzen aus der Ruhe bringen möchte oder einfach nichts Besseres vorhat, sollte sich diese App genauer ansehen.

Der ein oder andere Serien-affine Leser kennt vielleicht noch David Lynchs Kultserie Twin Peaks aus dem Jahre 1990. In einer besonders berüchtigten Szene, einem Traum des Protagonisten Cooper, tänzelt ein Kleinwüchsiger ungelenk durch einen rot ausgestatteten Raum und spricht auf seltsame, schwer verständliche Weise. Das Besondere: Die komplette Szene wurde, sowohl in Bild als auch Ton, rückwärts gedreht und wiederum invertiert ausgestrahlt. Damit der Dialog dennoch – zumindest im Ansatz – verständlich ist, mussten die Darsteller ihre Zeilen schon beim Dreh rückwärts aufsagen.

HearSay Text-Inverter

Diesen Prozess, der vor 20 Jahren auch technisch noch recht aufwändig war, heute dank digitaler Methoden aber mit wenig Arbeit für jedermann umsetzbar ist, möchte das Entwicklerteam Guerilla Creative nun noch weiter vereinfachen. Dazu entwickelte man für Android und iOS die App HearSay, die den Benutzer durch alle notwendigen Schritte führt, um selbst diesen dämonisch wirkenden Effekt zu kreieren und ihm das manuelle Bearbeiten von Audiodateien erspart.

Funktionsweise

Zunächst wird dem User der Aufnahmebildschirm präsentiert, der mittels Klick auf den entsprechenden Button den Rekorder startet. Hat man einen (vorzugsweise kurzen) Text langsam und gut betont eingesprochen und mit erneutem Klick bestätigt, wird dieser automatisch invertiert und in einer Schleife wiedergegeben. Nun folgt der schwierige Teil: Der Nutzer muss sich den rückwärts abgespielten Text möglichst gut einprägen, um ihn nach einem dritten Klick auf den Mikrofon-Button zu wiederholen. Als letzten Schritt invertiert HearSay den rückwärts gesprochenen Text und erzeugt so – hoffentlich – eine surreal anmutende Kopie des Ursprungstextes. Diese kann man nun direkt bei Facebook, Twitter, oder per Email teilen; ein lokales Speichern ist derzeit leider nicht möglich.

Gestaltung der App

HearSay präsentiert sich, seiner Funktion entsprechend, im durchgeknallten Knete-Look. Auf dem braunen Hintergrund werden Buttons und Textfelder wie aus bunter Knetmasse geformt dargestellt, beim Klick darauf verhalten sie sich ebenso. Die Menüführung beschränkt sich auf die oben beschriebenen Schritte, zusätzlich ist nur ein Hilfebildschirm mit Tipps zur optimalen Nutzung der App enthalten. Obwohl HearSay für Smartphones optimiert ist, lässt es sich auch auf Tablets installieren und nutzen, wobei die Smartphone-Ansicht unschön hochskaliert wird.

HearSay im Vorstellungsvideo


(Unbedingt anschauen!)

Eindruck

Die App funktioniert wirklich gut und erfüllt ihren Zweck voll und ganz. Lediglich die fehlende Möglichkeit, die erzeugten WAV-Dateien auf der SD-Karte des Smartphones zu speichern, ist ärgerlich. Das Interface der Anwendung ist momentan nur auf Englisch verfügbar. Da die Funktion von HearSay aber nur darin besteht, Sounddateien aufzunehmen, umzukehren und wiederzugeben ist die App aber mit jeder Sprache kompatibel. Natürlich könnte man den Prozess der inversen Invertierung auch mit wenig Umstand am Rechner oder Smartphone unter Verwendung kostenloser Software wie Virtual Recorder, vornehmen. Andererseits sind die komfortable Menüführung, die ungewöhnliche Präsentation der App und ein wirklich sehr kurioses Produktvideo die 99 Cent definitiv wert. In diesem Sinne:

Habt ihr die App ausprobiert und fandet sie ebenfalls unterhaltsam? Oder ist das eine App, die die Welt nicht braucht? Der Kommentarbereich freut sich auf eure Meinungen.

Download: HearSay (0,99 Euro)
HearSay (0,99 Euro) qr code

Via Reddit

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