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Endomondo: Beliebte Sport-App im Android-Pete-Test


02.07.2012, 16:49 Uhr

endomondo

Endomondo Sports Tracker zählt bei Google Play zu den beliebtesten Tracking-Apps, noch vor runtastic. 80.000 positive Bewertungen sprechen ja eigentlich für sich. Ob Endomondo diesem kollektiven Lob tatsächlich gerecht wird, soll der folgende Test von Android-Pete näher untersuchen.

[Update]: Kurz nach Fertigstellung des Tests haben die Entwickler von Endomondo ein großes Update herausgebracht, welches zahlreiche Neuerungen mit sich bringt. Mit der Version 8.1 stehen dem User neben einem komplett überarbeiteten Interface auch die neue Hydrationsanzeige sowie einige kleinere Verbesserungen zur Verfügung.

Die neue Oberfläche gefällt mir persönlich wesentlich besser als die alte. Die Zahlen sind besser lesbar, wenn auch die Darstellung noch nicht optimal ist. Der Pause-Button ist immer noch etwas überdimensioniert, der Platz daneben ungenutzt, insgesamt aber lässt sich das Display beim Laufen deutlich besser ablesen.

Die Hydrationsanzeige soll dem Benutzer während und nach dem Lauf auf die verlorene Flüssigkeitsmenge hinweisen und zur Flüssigkeitszufuhr ermahnen. Laut Hersteller-Webseite wird der angezeigte Wert durch die Faktoren Intensität, Workout-Dauer, Temperatur und Gewicht bestimmt – eine Datenverbindung ist also erforderlich, um die aktuellen Wetterinfomationen zu beziehen. Anderenfalls setzt Endomondo die Temperatur auf 15° C fest.

Bei der Usability sind einige kleinere Neuerungen bzw. Verbesserungen hinzugekommen: So lässt sich die Karte durch doppeltes Antippen zoomen, zudem wurde der Beenden-Button wieder integriert. Die Menüführung sowie alle weiteren Einstellungen sind bis auf kleinere Details gleich geblieben.

Hatte ich beim ersten Test noch bemängelt, dass die Aufzeichnung trotz fehlendem GPS-Signal begonnen wird und anschließend mit 0km/h in die Statistik eingeht, wurde auch hier mit Version 8 nachgebessert: Wird das Workout ohne GPS-Signal gestartet, erscheint ein entsprechender Warnhinweis. Eine Auto-Start-Funktion, wie bei Sports Tracker such man leider vergeblich.

Fazit zum Update 8.1

Das Update von Endomondo bringt optisch auf jeden Fall eine Verbesserung mit sich, allerdings ist die Bildschirm-Ausnutzung weiterhin nicht optimal. Die Hydrations-Anzeige hilft, den Flüssigkeitsverlust richtig einzuschätzen, die kleineren Neuerungen sind durchaus sinnvoll. Insgesamt liegt Endomondo in meiner Gunst aber weiter knapp hinter runtastic, an Sports Tracker kommt die App nicht ran. [/Update]

Erscheinungsbild von Endomondo

Der Hauptbildschirm von Endomondo unterscheidet sich im Großen und Ganzen kaum von der Masse anderer Lauf-Apps. Nach einmaliger Anmeldung, Eingabe der persönlichen Daten und Festlegen der gewünschten Sportart (hier stehen fast 60 verschiedene zur Auswahl) wird der gewünschte Trainingsmodus gewählt. Zur Auswahl stehen: einfaches Aufzeichnen, Ziel-Vorgabe (Zeit-, Entfernungs- oder Herzfrequenz-Ziel), Folgen einer Strecke oder Intervalltraining (Pro-Version). Zusätzlich kann man gegen sich selbst antreten und gespeicherte Trainings unterbieten (ebenfalls nur Pro-Version).

Welche Messwerte jeweils in den einzelnen Feldern des Hauptbildschirms grafisch angezeigt werden sollen, kann der Nutzer selbst festlegen. Durch Drücken der Musik-Taste erscheint ein Drop-Down-Menü mit allen installierten Musikapps – für mich eine überflüssige Option, die Musiksteuerung lässt sich auch anders aufrufen.

Ob man eine Strecke automatisch oder manuell bei Facebook teilen möchte, ist einstellbar. Wer welche Werte und den Streckenverlauf sehen darf, sollte man vorher festlegen (Optionen: „Alle”, „Freunde”, „Nur ich”)

Usability: Endomondo im Lauftest

Der Hauptbildschirm ist beim Einsatz des Smartphones in der Oberarm-Tasche nicht ideal. Wie schon bei runtastic sind auch bei Endomondo die Werte zu klein dargestellt. Warum auch während eines aktiven Trainings alle Bedienfelder eingeblendet bleiben und oben fett der Endomondo-Schriftzug prangert, bleibt mir ein Rätsel – ein Display, dass nur die relevanten Werte anzeigt, wäre mir deutlich lieber. Eine automatische Bildschirmrotation gibt es ebenfalls leider nicht.

In einer weiteren Ansicht wird der aktuelle Kartenausschnitt zusammen mit den aktuellen Messwerten dargestellt. Eine Diagramm-Ansicht der aufgenommenen Werte wie bei runtastic oder SportsTracker (STL) gibt es bei Endomondo auf dem Smartphone nicht. Generell sind die Möglichkeiten zur Auswertung direkt per App eher dürftig. Hier kommt man ohne das Portal kaum weiter. Ein weiterer Nachteil ist das Fehlen der Darstellung von Herzfrequenz-Zonen. Das wird die meisten Nutzer allerdings weniger stören.

Die Auto-Pause-Funktion funktioniert sehr zuverlässig und bietet gleich noch einen praktischen Vorteil: ist das GPS-Signal mal verloren, pausiert die Aufzeichnung automatisch, die Durchschnittswerte werden also nicht verringert. Anders sieht es allerdings beim Start aus: Beginnt man das Training ohne ausreichendes GPS-Signal, wird die Geschwindigkeit mit 0 km/h in die Statistik übernommen.

Abstürze, Systemfehler oder Ähnliches leistet sich Endomondo nicht.

Sprachausgabe

Die Sprachausgabe (auch in der kostenlosen Version enthalten) ist leider nur in Englisch verfügbar und kann nicht an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Welche Werte in welchem Abstand angesagt werden, lässt sich also nicht manuell festlegen. Jeden Kilometer werden Geschwindigkeit, Pace und Herzfrequenz* automatisch ausgegeben. Besitzt man allerdings einen Kopfhörer mit Funktionstaste, so lässt sich die Ansage damit aufrufen. Im Intervall-Training werden Länge / Dauer sowie Anfang und Ende jedes Intervall angesagt.

Das Intervallprogramm in Endomondo

Pluspunkt für Endomondo: Eine Intervall-Funktion ist integriert. Es kann aus drei vorgegebenen Intervall-Trainings gewählt oder ein Eigenes erstellt werden. Jedes Training lässt sich aus beliebig vielen Zeit- und / oder Distanzintervallen zusammenstellen. Anschließend legt man für jedes Teilintervall fest, ob die Intensität leicht, mittel oder hoch sein soll.

Im Einsatz funktioniert das Ganze sehr gut, allerdings ist die Verwendung eines Kopfhörers empfehlenswert, da per Sprachausgabe die einzelnen Intervall-Übergänge angesagt werden. Nachteilig fand ich, dass Im Intervall-Modus bei der Sprachaussage keine Zwischenzeiten angesagt werden. Diese erfährt man erst beim Intervallwechsel. Ebenfalls negativ: auf dem Smartphone werden die einzelnen Intervalle mit den jeweiligen Zeiten angezeigt – im Portal jedoch nicht. Das wirkt leider alles sehr inkonsistent.

Webportal von Endomondo

Das Endomondo-Portal wirkt ähnlich wie das App-Design noch verbesserungswürdig. Auffällig ist zunächst, dass Deutsch und Englisch gemischt sind. Während die Menüpunkte und die Navigation auf Deutsch sind, werden nahezu alle längeren Beschreibungen auf Englisch angezeigt. Insgesamt sind mir die wichtigen Funktionen in der Hauptansicht zu klein dargestellt, während die Eigenwerbung rechts deutlich ins Auge sticht.

Unter Workouts lassen sich alle zurückliegenden Trainingseinheiten aufrufen und samt Kartenansicht und Wertetabelle darstellen. In einem gemeinsamen Diagramm unterhalb der Karte sind auch die Geschwindigkeits- und Herzfrequenzverläufe* einsehbar. Ausführlichere Analyse-Funktionen erhält man in der Statistik. Hier werden für verschiedene Zeiträume die Durchschnittswerte verglichen und persönliche Bestleistungen angezeigt. Letztere lassen sich sehr gut filtern und für verschiedene Distanzen auswerten (z. B. Bestzeit über 10 km im letzten Jahr). Die eigene Fitness verrät der errechnete Body Mass Index (BMI) – ob dieser allerdings aussagekräftig ist, stelle ich in Frage. Wem nackte Zahlen nicht viel sagen, dem hilft Endomondo dank mehr oder weniger sinnvoller Vergleiche (z. B. 0,006 Trips um die Welt / 7 Hamburger verbrannt).

Im Streckenmodus können Strecken erstellt oder aus der Community gefiltert werden. Mit GPSies oder runmap kann die Streckenauswahl sicher nicht mithalten, dennoch findet man aber in der eigenen Umgebung reichlich Auswahl. Sehr praktisch finde ich die Option, Strecken direkt ans Telefon zu übertragen. Beim nächsten Start der App ist die gewählte Strecke zum Download verfügbar. Allerdings ist eine Navigation entlang der Strecke nicht möglich. Hier hilft nur der Blick auf den Bildschirm, um zu überprüfen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Interessanter ist sicher die Funktion, auf bekannten Strecken gegen sich oder einen Freund anzutreten. Wer Bestzeit läuft (oder fährt), wird dann als Streckenerster gelistet.

Ansonsten erfüllt auch Endomondo die üblichen Anforderungen, wie Streckenimport und -export, das Editieren der aufgenommenen Werte sowie die Social Networking-Funktionen (Freunde hinzufügen, Workouts von Freunden kommentieren etc.). Zusätzlich steht noch ein Event-Kalender, die Challenge-Funktion sowie der Endomondo-Shop zur Verfügung. Im Challenge-Modus kann in Wettbewerben gegen die Community angetreten werden (etwa „Wer schafft die meisten Kilometer in drei Tagen?”). In der Members Lounge werden gegen ein monatliches Entgelt zusätzliche Funktionen angeboten (z. B. direkter Vergleich der Bestwerte mit Freunden), die allerdings nicht wirklich notwendig sind.

Endomondo – ein Fazit

Im Gesamturteil erhält Endomondo eher ein durchschnittliches Ergebnis und kann in meiner Gunst nicht an runtastic und erst recht nicht an SportsTracker (STL) vorbeiziehen. Die App tut, was sie soll, ohne dabei aber besonders herauszustechen. Das Design und der Funktionsumfang sind durchaus verbesserungsfähig, an persönlichen Anpassungsmöglichkeiten gibt es leider so gut wie gar keine Möglichkeiten.

*) Die Messung der Herzfrequenz setzt einen Bluetooth-Brustgurt voraus

Pro

  • Anzuzeigende Daten der einzelnen Felder können verändert werden
  • Strecken-Export (tcx, gpx, leider kein kml)
  • Import von gpx, tcx, Garmin
  • Auto-Pause (auch bei verlorenem GPS-Signal)
  • Fast alle wichtigen Funktionen stehen auch in der kostenlosen Version zur Verfügung
  • Unterstützung von Bluetooth-Brustgurten
  • Unterstützung von ANT+ Peripherie
  • Unterstützung Sony SmartWatch

Contra

  • Darstellung der Werte beim Laufen zu klein / keine Bildschrimrotation
  • Keine Hilfe-Funktion in der App, im Portal ebenfalls sehr minimal
  • Keine Herzfrequenzzonen
  • Englische Sprachausgabe, nicht an eigene Bedürfnisse anpassbar
  • Viel Eigenwerbung auf Portal

Vorteile PRO-Version

  • Intervall-Training mit frei definierbaren Intervallen
  • Grafische Analyse der Messwerte
  • Gegen eigenen Schatten antreten
  • Zeit- oder Kalorienziel festlegen

Übersicht über Features von Endomondo (Englisch)

Download

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Download: Endomondo Sports Tracker (kostenlos)
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Mehr Infos zu Lauf-Sport und Fitness-Apps gefällig? Einfach mal durch die Testberichte von Android-Pete stöbern.

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  • nick72

    runtastic is way better….

  • http://www.androidnext.de/apps/runkeeper-android-pete-testet-den-underdog/ RunKeeper: Lauf-App im Test von Android-Pete

    [...] und die Auswertungsoptionen am Smartphone sind ebenfalls recht minimal. Verglichen mit Runtastic, Endomondo und SportsTracker (STL) kann sich RunKeeper nicht hervorheben. Wer allerdings lediglich eine App [...]

  • http://www.androidnext.de/apps/25-cent-app-tag-mit-cut-the-rope-camera-zoom-fx-madden-nfl-mehr/ 25 Cent-App: Tag mit Cut the Rope, Camera Zoom FX, Madden NFL & mehr

    [...] Endomondo Sports Tracker Pro: Gute Fitness-App (hier im Test) [...]

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